So viele Höhenmeter wollen gemeistert werden!

Ein Kultlauf wird 40.

Matthias Leffers schreibt zu seinem großen Erfolg beim diesjährigen Rennsteiglauf.

“Zum 40. Mal wurde am 15.05.2012 um 6 Uhr morgens der Supermarathon in Eisenach gestartet. Mit einer Länge von 72,7 km durch den Thüringer Wald ist der Lauf in Eisenach der längste Ultracrosslauf Europas. Mit einer Teilnehmerrekordzahl von 2590 Läufern beim Supermarathon und insgesamt 16400 Teilnehmern (Wanderer, Halbmarathon, Marathon) begann der Lauf dieses Jahr bei kühlen 10 Grad.

Rein organisatorisch ist der Lauf gut zu meistern: man reist einen Tag vorher an (freitags), am späten Nachmittag kann man seine Unterlagen abholen und noch ein wenig Eisenach genießen. Zudem wurde von dem Veranstalter für ein angenehmes Rahmenprogramm gesorgt.

Das Hotel hatte ich im Vorfeld etwas außerhalb von Eisenach gebucht.
Der nächste Morgen begann vielversprechend: gleich zu Beginn fiel die hervorragende
Organisation, wie auch die tolle Stimmung auf. Den Kleiderbeutel konnte man ohne lange Wartezeit an einem der LKW abgeben.

Schon kurz nach dem Startschuss um 6 Uhr fiel mir auf, dass ich den Lauf mal wieder unterschätzt hatte. Auch, wenn ich an diesem Lauf in diesem Jahr schon zum dritten Mal teilnahm, hatte ich den Lauf und vor allem die Höhenmeter doch nicht so anstrengend in Erinnerung. Im Nachhinein würde ich, wenn ich an diesem Lauf noch einmal teilnehmen sollte, wahrscheinlich wenigstens einige Trainingsläufe im Siebengebirge einplanen, denn 2500 Höhenmeter sind nicht zu unterschätzen.
Unterwegs fanden sich alle 5 km Verpflegungsstände mit sehr freundlichen Helfern. Die hervorragende Ausschilderung führte jeden Läufer sicher ins Ziel.

Mit einer Zeit von 6:16 Stunden kam ich im Ziel in Schmiedefeld an und belegte damit den 43.Gesamtplatz. Insgesamt kamen 2101 Läufer ins Ziel, wobei der schnellste Läufer eine Zeit von 5:10 Stunden erlief.

Auch im Ziel angekommen hörte die gute Organisation nicht auf. Es waren ausreichend Duschen vorhanden, seinen Kleiderbeutel hatte man schnell gefunden. Nach dem Duschen ging ich den (nach 72,7 km) doch sehr beschwerlichen Weg hinunter zu den Bussen, die die Läufer innerhalb von 1,5 Stunden zurück nach Eisenach brachten.

Fazit: Wer die Herausforderung sucht, sollte an diesem wunderschönen Naturlauf unbedingt mal teilgenommen haben.”

100 km Ultralauf Biel 2012

Ein Erfahrungsbericht zu einer besonderen laufsportlichen Herasusforderung von unserem Mitglied Matthias Leffers.

„Irgendwann musst du nach Biel!“ So hat schon Werner Sonntag sein Buch über den größten und ältesten 100 km Ultralauf der Welt betitelt.

Aber bevor es nach Biel geht, steht erst einmal eine monatelange Vorbereitung an. In der Woche lief ich mindestens 100 km, um den Lauf vernünftig meistern zu können. „Vernünftig“ hieß für mich, dass ich unter 9 Stunden ins Ziel komme. Aber da wusste ich noch nicht, auf was ich mich einlasse.

Der organisatorische Aufwand war natürlich deutlich höher als bei anderen Läufen. Da der Lauf in der Schweiz stattfindet, muss man mehrere Stunden Fahrt auf sich nehmen. Von anderen Läufern (Rudolf Houben) erfuhr ich frühzeitig, dass ich am besten schon Donnerstags anreise, weil man Freitags ausruhen sollte. Denn, was vielleicht auch noch erwähnenswert ist, der Lauf findet nachts statt.

Erst um 22 Uhr fällt der Startschuss, und wer auf der Strecke nicht einschlafen will, sollte tagsüber wenigstens einige Stunden geschlafen haben.Und dass man die ganze Nacht durchlaufen muss, ist die zweite Herausforderung, die neben der Länge des Laufes nicht zu unterschätzen ist. Hinzu kam die Gewissheit, dass ich noch nie an einem so langen Lauf teilgenommen habe.

Auf dem Weg machen einem vor allem die Höhenmeter zu schaffen. Die zahlreichen
Verpflegungsstände sorgten da aber für etwas Erfrischung, und auch die Stimmung in den Dörfern, durch die wir liefern, trug wesentlich zu unserer Aufmunterung auf dem langen Weg bei.

Schon im Vorfeld wurde mir gesagt, ich solle eine Kopfleuchte mitnehmen, die ich zwar die meiste Zeit nicht brauchen würde, aber gelegentlich eben doch. Vor allem am sogenannten Ho-Chi-Minh-Pfad ist man sehr dankbar für etwas Licht. Denn dieser sehr unebene Pfad erstreckt sich über 10 km und ist stellenweise so schmal, dass man, selbst wenn man wollte, keinen anderen Läufer überholen könnte.
Doch nicht nur durch Dörfer und über schmale Pfade führt einen der Lauf, sondern auch durch Wälder, über Felder und an Weiden vorbei.

Morgens um 5 Uhr ging die Sonne wieder auf. Mittlerweile war ich bei Kilometer 80 angelangt, und lief dem Ziel entgegen. Die letzten 15 Kilometer führten schließlich an einem Kanal vorbei durch einige Dörfer, die noch einmal sehr nett anzusehen waren. Die letzten zwei Kilometer läuft man dann wieder durch Biel, dem Ziel entgegen. Dort erwartete mich dann meine jüngste Tochter Carina, die mir bei einer Zeit von 8 Stunden und 52 Minuten zujubelte, was ich aber kaum noch wahrnahm. Was ich allerdings schnell realisierte, war, dass ich meine vorgenommene Zeit einhalten konnte und damit den 31. Platz in der Gesamtwertung, und den 7. Platz in meiner Altersgruppe belegte. Der schnellste Läufer lief mit 7 Stunden und 4 Minuten allerdings schon einige Zeit vor mir ins Ziel.

Zur Organisation des Laufs bleibt zu sagen, dass man mit Wohnmobil, Wohnwagen, oder Zelt kein Problem hat am Bieler See unterzukommen, wo auch Duschen und WC vorhanden sind. Von dort aus ist man binnen 10 Minuten zu Fuß im Start- bzw. Zielbereich. Dort bekommt man in der Kongresshalle seine Startunterlagen. Nahe dem Ziel finden sich schließlich die Duschen für die Läufer, und ein Massageangebot für die Läufer, das auch ich genutzt habe.

Gut zu wissen ist aber auch, dass die Schweiz sehr teuer ist. Ein normales Brötchen kostet hier fast einen Euro, und ein 0,3-Bier 6,50 Euro.

Schließlich kann man also sagen: Werner Sonntag hatte Recht, als er sagte: „Irgendwann musst du nach Biel!“ Man sollte sich zwar auf ein lange und anstrengendes Training einstellen, aber wer gut vorbereitet ist und das Abenteuer liebt, der ist hier sicher nicht verkehrt!

Wir gratulieren Matthias zu diesem gelungenen Ultra, und wünschen gute Erholung!

Samstag Vereinsmeister – Sonntag noch schnell einen Marathon!

Eifelmarathon in Waxweiler – immer wieder eine tolle Veranstaltung!
Ein Laufbericht von Roland Halder.

“In der Eifel gibt es meines Wissens nach drei Marathonveranstaltungen und die erste davon im Jahr ist der Eifelmarathon in Waxweiler. Alle drei sind tolle Landschaftsläufe und gehören daher seit Jahren zu meiner jährlichen to-do-Liste.

Wie vergangenes Jahr traf ich mich am 10. Juni 2012 dort mit einem Lauffreund, um gemeinsam zu laufen. Nachdem wir unsere Startnummern in der Turnhalle abgeholt hatten, tranken wir erst einmal einen leckeren Kaffee. Stress bei der Startaufstellung gibt es in Waxweiler nicht: Der Start ist direkt vor der Halle. Fünf Minuten vor 9.00 Uhr begaben wir uns dann mit ca. weiteren 350 Marathonis zum Start.
Bei schönem Wetter ging es von Waxweiler zum Stausee Bitburg. Nach einer Umrundung ging es wieder zurück nach Waxweiler. Der Großteil der Marathonstrecke geht über Waldwege und dank des sonnigen Wetters hatten wir an vielen Stellen einen genialen Ausblick. Ab und zu wurden irgendwelche idyllische Eifeldörfer durchquert, wo wir von den Anwohnern herzlich empfangen und angefeuert wurden. In den vergangenen Jahren stand immer ein älterer Mann irgendwo in einem Bushäuschen und spiele mit seinem Akkordeon munter irgendwelche Lieder. Leider war er dieses Jahr nicht da – schade!
Insgesamt hat die Marathonstrecke ca. 450 Höhenmeter. Das Tolle bei solchen kleineren Läufen ist, dass sich dort immer wieder die üblichen Verdächtigen treffen, mit denen man sich dann auf der Strecke über die weiteren Laufprojekte austauschen kann. Oft erfahre ich dabei von der einen oder anderen mir unbekannten Veranstaltung.
Wie immer eine tolle Veranstaltung, die eine ganze Bandbreite von Läufen anbietet (vom Bambinilauf bis zum Marathon). Nächstes Jahr solle es sogar einen 50-km-Lauf geben soll – das sind doch Perspektiven.”

Vereinsmeisterschaften auf neuer Strecke

Unsere angestammte Laufrunde im Trainingsgelände wurde schon vor einigen Monaten durch Forstarbeiten teilweise unpassierbar gemacht, sogar der Kölner Stadtanzeiger berichtete darüber. Deshalb mussten wir für die Vereinsmeisterschaften am 9.Juni 2012 eine Ausweichstrecke finden, was sich aber als nicht so schwierig erwies, denn der Park hat viele schöne Wege.


So starteten zwölf LLG´ler und ein Gast bei tollem Laufwetter über knapp fünf Kilometer. Während Dieter und Manfred als Protokollant und Zeitnehmer fungierten, genossen die Aktiven den neuen Kurs mit vier Runden. Als erster Läufer erreichte Roland Halder die Ziellinie, bei den Damen war Silke Bollmeyer die schnellste im blauen Apfelshirt!
Während der Auswertung gab es für alle ein kleines zweites Frühstück mit frischen (!) Brötchen und die Urkunden wurden zeitnah an alle Sieger und Siegerinnen überreicht.

Die Ergebnisse der Meisterschaften:

Vereinsmeisterin: Silke Bollmeyer 24:01 Min.
2. Rosi Fetten 27:22 Min.
3. Gisela Batzen 27:23 Min.
4. Tine Wallrath 29:03 Min.
5. Petra Kirschbaum 29:32 Min.
6. Gisela Bulla 32:18 Min.

Vereinsmeister: Roland Halder 20:43 Min.
2. Jürgen Hesse 21:21 Min.
3. Heijo Fetten 21:44 MIn.
4. Bernd Weyer 22:08 Min.
5. Michael Mannheim 21:01 Min.
6. Steven Takoumba 27:12 Min.
7. Winfried Bulla 27:35 Min.

Halbmarathon unter erschwerten Bedingungen!

Es ist Sonntagmorgen, 3.6.2012, 07.30 Uhr, Patricia und Ute stehen mit laufendem Motor vor der Haustüre, um Anne und mich abzuholen. Bei strahlendem Sonnenschein wäre der Zeitpunkt für einen Start beim 12. EVL- Halbmarathon in Leverkusen wahrscheinlich sehr gut gewesen. Leider war die Sonne an diesem Tag aber nicht zu sehen, auch nicht für wenige Sekunden.
Um 9 Uhr starteten wir noch ganz gut gelaunt bei Nieselregen, der mal stärker, mal schwächer wurde, aber nie aufhörte und zeitweise sehr heftig wurde. Landschaftlich waren die 21 km sehr abwechslungsreich und schön gestaltet. Es ging unter anderem an der Wupper entlang und durch das Gebiet der ehemaligen Landesgartenschau.
Obwohl wir einiges an Gewicht (Wasser ist schwer!) zusätzlich mitzuschleppen hatten, waren wir mit unseren Laufzeiten ganz zufrieden.
Mit Sonne wäre der Lauf noch schöner gewesen!!!

Ergebnisse:
Patricia Schnitzler 02:01:03 Std.
Rosi Fetten 02:06:42 Std.
Anne Kruse 02:06:49 Std.
Ute Schaaf 02:11:43 Std.

Für die LLG80- Homepage verfasst von Rosi Fetten

Der Mittelrheinmarathon- “Ein schöner Samstagabendlauf…es wird nicht mein letzter sein!”

Roland Halder hat wieder einen Marathon auf seiner Agenda abgehakt und schreibt uns einen interessanten Laufbericht zum Mittelrhein-Marathon:

“Eigentlich wollte ich an diesem WE am Sonntag einen Marathon laufen. Aber nach einem Blick auf die Wetterprognose hat der Mittelrhein-Marathon am Samstagabend den Zuschlag bekommen.
So fuhr ich am Samstagnachmittag des 02.06.2012 nach Koblenz. Nach etwas Suchen hatte ich auch einen der ausgewiesenen Parkplätze gefunden. Von dort fuhr ein Shuttlebus bis zur Marathon Messe, bei der es auch die Startunterlagen gab. Die Messe war im Schloss untergebracht. Das war vom Ambiente her sehr angenehm. Ich holte meine Unterlagen, schlenderte über die Messe und machte mich dann auf den Weg zum Hauptbahnhof. Das Besondere am Mittelrhein-Marathon besteht darin, dass es eine one-way-Strecke ist. Start war beim sogenannten Ochsenturm in der mittelalterlichen Stadt Oberwesel. Da ich bis zum Start noch Zeit hatte, schaute ich mir die gut erhaltene Stadtmauer an. Das Wetter war sonnig und die Atmosphäre entspannt. Der Startschuss zum Marathon war um 17.30 Uhr. Die ersten 20 km empfand ich als eine laufende Sightseeingtour durch das Weltkulturerbe Mittelrhein. Eine Sehenswürdigkeit nach der anderen (Marxburg, Lorelei, Burg Rheinfels usw.). Lediglich die vielen Züge, die nebenan auf der Bahntrasse fuhren, trübten das Bild etwas – fast alle 5 bis 10 Minuten fuhr ein Zug vorbei.
Ab Boppard wurde es dann etwas stressiger. Dort war der Start zum Halbmarathon, der kurze Zeit, nachdem ich die Stadt passierte, gestartet wurde. Nun jagten kontinuierlich Halbmarathonis, viele im Pulk laufend, an mir vorbei. Von dem einen oder anderen wurde ich etwas angerempelt, da ein angemessenes umlaufen wahrscheinlich einen zu großen Zeitverlust mit sich gebracht hätte. Den einen oder anderen dieser Rennläufer hatte ich dann kurz vor dem Ziel am Deutschen Eck in Koblenz wieder eingeholt.
Nach dem Duschen im nahe liegenden Schwimmbad machte ich mich auf die Suche nach dem Parkplatz P2. Nach einem Fußmarsch von ca. 30 Minuten hatte ich mein Auto erreicht und fuhr wieder nach Hause.

Beim Mittelrhein-Marathon können Strecken von Marathon bis 10 km gelaufen werden. Allerdings ist die Marathonstrecke zu empfehlen, da sie auf der ersten Hälfte sehr viele Sehenswürdigkeiten aufweist. Aufgrund der guten Organisation und der vielen Sehenswürdigkeiten wird dieser erste Mittelrhein-Marathon für mich, nicht mein Letzter gewesen sein.”

Korsika per Rad – eine schöne und besondere Herausforderung!

Erwin Wittenberg ist nicht nur begeisteter Radsportler, der Ehrenvorsitzende der LLG 80 unternimmt schon seit Jahren immer wieder höchst attraktive Radreisen in Europa. Hier sein Bericht zu einer kürzlich beendeten Tour:

Auch in diesem Jahr waren wir wieder mit dem Rad unterwegs: Dieter Paul, Jonny Liebelt und ich aus der LLG 80 sowie die beiden aus dem Rechtsrheinischen Willi Hanspach und Rolf Nürnberger. Erstmals war Heinrich dabei.
Das Wetter auf Korsika war wie es der Wetterbericht vorhersagte: Am Ankunftstag ein Regenschauer, am nächsten Tag, als es in die Berge ging regnete es auf einem Pass von etwa 800 Metern Bindfäden. Es war dort oben kühl. Unter dem Vordach eines verlassenen Restaurants tauschten wir die verschwitzte und durchnässte Kleidung gegen trockene und regendichte Wäsche aus. Der Abstieg konnte beginnen und nach einigen Kilometern standen wir auf einmal vor unserem Quartier.

Bis auf wenige Strecken begleitete uns ab dem nächsten Morgen Sonnenschein, auch wenn der Wind erst noch kühl blieb. In dem kleinen Ort Piedicroce im Landesinnern hielten wir an einer durch deutsche Einheiten im II. Weltkrieg zerstörten Kirche an. „Betreten verboten“ mit dem Hinweis darauf, dass hier noch immer vermintes Gelände sei. Unsere Strecke führte auf kleinen Straßen durch das Landesinnere, kleine Dörfer ohne Bar (der Kaffeedurst einzelner konnte nicht gestillt werden), aber auch ohne Möglichkeit Baguette zu kaufen. Am Morgen waren wir voller Zuversicht, dass man ja überall Baguette kaufen könne, aufgebrochen. Unsere Wasservorräte hatten wir an einer Quelle aufgefüllt. Am Straßenrand liefen die korsischen Schweine ohne Scheu mit ihrem Nachwuchs umher. Einer Ziegenherde mit ihrem Schäfer im Auto vorwegfahrend mussten wir ausweichen. Rindviecher standen am Straßenrand oder dösten wiederkäuend im Schatten der Bäume. Als wir unser Tagesziel Corte erreichten, machten wir zuerst das Hotel fest, fuhren aber ohne Abladen des Gepäcks ins Zentrum um den größten Hunger zu stillen. Keine Frage: es gab auch wieder ein in Frankreich überaus teures Bier.

Der Reiseführer sowie Berichte im Internet empfehlen die Strecke von Corte bis Ajaccio zumindest teilweise mit der Schmalspurbahn zu nehmen. Allerdings war die Dame am Fahrkartenschalter nicht bereit Räder mitnehmen zu lassen. Also auf das Rad! Herrliche Anstiege, schließlich hatten wir den höchsten Punkt unserer Reise erreicht: den Pass „Col den Vizzavona“ (1163 Meter) . Oben war es doch sehr kühl, die Sonne hatte sich hinten den Wolken versteckt. Umkleiden, Verpflegung zu sich nehmen und dann in den Abstieg. Einige Hundert Meter tiefer, an einem Kreisverkehr, versammelten wir uns und berieten die weitere Route. Wir teilten uns auf: während Dieter, Rolf und ich den direkten Weg nach Ajaccio wählten, hatten die anderen Mitfahrer noch nicht genug Kalorien verbrannt und fuhren einen Umweg.

Zum Abendessen trafen wir uns wieder.

Obwohl die nächste Etappe keine so hohen Pässe mehr vorsah, war es doch die Strecke, auf der wir die meisten Höhenmeter zu bewältigen hatten. Entlang der westlichen Küstenstraße ging es gen Norden. An einem kleinen Badestrand, wo sich noch kein Mensch in Wasser wagte, stiegen Jonny und Willi in die Fluten des Mittelmeers. In der Kleinstadt Piana übernachteten wir um am nächsten Morgen in den „Les Calanches“ zu wandern. Die roten Felsen leuchteten in der Abendsonne, aber auch im Tageslicht sind die bizarren Gebilde der Betrachtung wert! Von einer Höhe von fast 900 Metern ruhten wir aus und hatten einen herrlichen Blick auf Berge und Meer.
So blieb nicht mehr viel Zeit zum Radfahren an diesem Tag. Im Hotel am Abend rasten Autos der Ralley Corse über die schmale Küstenstraße bevor Ruhe einkehrte. Der Koch war erkrankt, man bot uns eine Art Aufschnittplatte an. Es gab Schinken und Wurstsorten von Rind und natürlich von den korsischen Schweinen und auch ein wenig Wein gönnten wir uns nach dem Ankunftsbier.

Wir blieben weiter auf der Küstenstraße. Zum Mittagessen, bislang gab es während des Tages meist nur trockenes Baguette, kehrten wir in Galeria, einem kleinen Hafenort mit Badestrand, ein. Mit einem Bayern, der vier Wochen alleine radelte, kamen wir ins Gespräch.
Dieses Mal gab es mehr mutige: auch Dieter und Heinrich stiegen ins Wasser. Während Rolf die Räder bewachte, ging ich dann auch bis zu den Knien einmal ins Wasser. Kurz hinter Galeria gabelt sich die Strecke nach Calvi, unserem Zielort. Die Küstenstraße war wenig befahren, aber offensichtlich auch in schlechterem Zustand. Immer wieder hatten wir herrliche Landschaftsbilder vor Augen, Blick auf die Küste mit ihren zahlreichen kleinen Buchten.

In Calvi wählten wir ein Hotel, das etwas außerhalb des Trubels lag. Am Samstag, vor der Abreise, schlenderten wir erst einmal durch die Zitadelle und die kleinen Gassen der Altstadt. Willi, Heinrich, Jonny und Dieter hatten noch nicht genug von der Landschaft gesehen und stiegen für eine Rundtour auf das Rad. Währenddessen bevorzugten Rolf und ich die Ruhe um ein wenig zu dösen und die Landschaft nicht nur aus dem Fahrradsattel zu erleben.
Der Rückflug verlief unproblematisch. Am Flughafen in Köln/Bonn waren unser Gepäck und die Räder sehr schnell da. Zusammenbauen, Aufladen des Gepäcks. In der Halle empfing uns Ingrid (Willis Frau) mit einem leckeren Kölsch. Das rundete die Erlebnisse und Eindrücke ab!

Köln bei Nacht

Patricia Schnitzler berichtet vom interessanten Nachtlauf über 10,5km Länge, bei dem Sicht auf das Kölner Altstadtpanorama mal wieder einmalig schön war!

Pia Rupp erreichte das Ziel in 01:07:07 Std., Patricia war schon nach 54:45 Minuten hinter der Linie(wieder neue Bestzeit)! Dazu einen herzlichen Glückwunsch!

Saar-Hunsrück-Supertrail

Ein weiterer Bericht unseres “Kilometerfressers” Roland Halder vom 18.Mai 2012:

Saar-Hunsrück-Supertrail: das Wörtchen „super“ ist berechtigt. Super anspruchsvolle Strecke, super viele Höhenmeter, super hart, super Orga und super nette Leute.

Zuerst einmal die Fakten. 1. Tag: 68 km mit ca. 2200 Höhenmetern; 2. Tag: 60 km mit ca. 1200 Höhenmetern.

Am Donnerstag (Christi Himmelfahrt, besser bekannt als Vatertag) trafen sich ca. 55 Läuferinnen und Läufer in Trier. Von dort fuhren wir mit dem Bus nach Braunweiler, wo es dann kuschelig wurde. Wir waren in Blockhütten untergebracht, die je aus vier hölzernen Stockbetten bestand. Der einzige Luxus in dieser Hütte war eine Steckdose, dich sich meist acht Smartphones und einige GPS-Uhren teilten.
Am Freitag fuhren wir dann um 7 Uhr mit dem Bus zur Wildenburg bei Kempfeld. Dort gab es ein kurzes Briefing und dann ging es pünktlich um 8 Uhr los. Nun ging es 68 km kreuz und quer und hoch und runter zurück nach Braunweiler. Hoch und runter bedeutet nicht einfach einen Hügel über eine Straße hoch zu laufen, sonder es bedeutete über Stock und Stein, über Wurzeln, durch Dreck usw. Dank des Regens war die Strecke sehr aufgeweicht und wir mussten besonders beim Herunterlaufen gut aufpassen, dass wir nicht ausrutschten. Es war nicht nur wichtig den Weg im Auge zu behalten, sondern auch immer zu schauen, ob man noch auf dem richtigen Weg ist. Ein Trail wäre nicht ein Trail, wenn er nicht plötzlich einen Schlenker nach links oder rechts machen würde. Schnell ist man dann auf der falschen Strecke. Unser Spitzenreiter beim Verlaufen hat den ersten Tag um ca. 15 km verlängert. Daher war es sehr sinnvoll sich eine passende Gruppe zu suchen, die ein ähnliches Tempo lief. Nach jeweils ca. 10 km gab es eine Verpflegungsstation.
Die Strecke, das Wetter, das ungewohnte Profil, all das forderte sehr viel Tribut bei mir. Im Ziel angekommen war ich so erledigt, dass ich weder Hunger noch Durst hatte. Daher beschränkte sich mein Abendessen auf eine große Cola, während sich die anderen ihre Kohlenhydratspeicher mit leckerem Essen auffüllten. Um 20 Uhr lag ich dann im Schlafsack und um 6 Uhr ging der Wecker. Dazwischen habe ich nichts mitbekommen.
Pünktlich um 7.30 Uhr war der Start. Nun ging es wieder kreuz und quere und hoch und runter nach Trier. Eine gute Anzahl von Läufern traten am zweiten Tag nicht mehr an. Zu Beginn fragte ich mich auch, wie ich die 60 km mit ihren Höhenmetern bewältigen kann. Aber irgendwann begann sich bei mir einfach, die Routine abzuspulen. An den Verpflegungsstationen trank ich immer sehr viel Cola, damit ich für die nächsten 10 km genug Energie hatte. So viel Cola habe ich noch nie in einer solchen Zeitspanne getrunken – es waren etliche Liter. Aber so kam ich dann in Trier ins Ziel.
Nach einer langen warmen Dusche und ausgiebig Kaffee fuhr ich dann wieder zurück nach Köln.
Den ersten Tag bin ich wieder mit meinen Five Fingers gelaufen. Das empfand ich aufgrund des Profils und der Streckenlänge etwas grenzwertig. Vielleicht lag es auch nur daran, dass ich sie noch nicht so langen habe. Am zweiten Tag bin ich dann mit normalen Laufschuhen gelaufen.
Wer wirklich mal einen tollen und anspruchsvollen Trail laufen möchte, ist hier sehr gut aufgehoben. Infos gibt es unter: http://www.sh-supertrail.de

Schwierige Prüfung an Christi Himmelfahrt

Wie seit Jahren haben viele Läuferinnen und Läufer der LLG 80 am sog. Vatertag einen harten Test hinter sich gebracht: Es gilt dabei, das eigene Lauftempo über eine bekannte Strecke von 4,7 Kilometern Länge einzuschätzen.
Dazu muss jeder Aspirant seine voraussichtliche Laufzeit sekundengenau niederschreiben lassen und dann auch möglichst genau einhalten- es kennt also lediglich der Zeitnehmer als Schiedsrichter die individuellen Zielzeiten. Die besondere Schwierigkeit liegt weiterhin darin, dass niemand eine Uhr tragen darf, an der er sich unterwegs orientieren kann! Aus der Größe der Differenz zwischen angesagter Zeit und tatsächlich erreichter Zeit ergibt sich dann eine Reihenfolge. Heute waren es Gisela Bulla und Walter Becker, die ihre angesagten Zeiten nur um einige (!)Sekunden verfehlten und somit den Test gewannen. Bei den Kindern war Hannah Würtz und Steven Hesse die Gewinner, wobei schon bemerkenswert ist, dass sie die Streckenlänge ohne Schwierigkeiten hinter sich brachten.
Während die Aktiven liefen, der Zeitnehmer auf das Eintreffen der LäuferInnen wartete, hatte Hans Albers als Grillmeister schon die Glut vorbereitet und Grillgut für über 40 Teilnehmer aufgelegt. Mitgebrachte Salate und Frikadellen sowie Kuchen rundeten das Büfett ab, Winfried Bulla hatte aus Anlass seines 70. Geburtstages das Bier spendiert, wofür wir ihm alle sehr dankten.
Nachdem es am Vortag noch sehr ungemütlich kalt und nass war, hatten wir am Tag selbst hervorragendes Wetter! Auch deswegen haben wir erst am späten Nachmittag das Zelt abgebrochen und die heimische Dusche angesteuert.
An dieser Stelle sei nochmals allen Helfern gedankt, die bei Aufbau und Abbau dabei waren und natürlich ein allgemeines Danke für die leckeren Salate etc.