Bericht zum 23. Lauf Rund um den Fühlinger See

23. Lauf RudFS: (Fast) So schnell wie noch nie!

Die Angabe auf der Uhr täuscht – Boris gießen war gar über eine Minute schneller!

Boris Giesen verpasst in starken 1:08:42 h den Streckenrekord über die Halbmarathon-Distanz nur um Sekunden: Da staunten Moderator Lutz Heinen und seine Helfer im Zielkanal nicht schlecht, als Boris Giesen mit dem Führungsfahrrad vor sich so früh wie seit Jahren kein Halbmarathonläufer mehr auf der gegenüberliegenden Seeseite auftauchte. Heijo Fetten versuchte kurz vor der Siegerehrung noch den exakten Streckenrekord zu ermitteln, dieser liegt wohl allerdings noch eine halbe Minute unter der aktuellen Spitzenmarke.

Ein sichtlich zufriedener Gewinner gab neben den Zweit- und Drittplatzierten Elhoussaine Douabi (1:11:25 h) und Ferdinand Ziegler (1:17:04 h), die auf den ersten Blick ebenfalls siegtaugliche Zeiten aufstellten, bereitwillig zum Besten, dass er damit am heutigen Tag eine neue persönliche Bestmarke aufgestellt hat und diese im Rahmen des Trainings auf dem Weg zum Essen Marathon in drei Wochen auch eingeplant war.

So offenkundig unaufgeregt und entspannt und bis auf eine kleinere Panne bei der Zeitmessung an der Damenspitze von Veranstalterseite wohlorganisiert kennt man den Lauf “Rund um den Fühlinger See”, der bereits zum 23. Mal ausgetragen wurde. Die weibliche Konkurrenz konnte an diesem zunächst sehr herbstlich anmutenden Lauftag Laura Gusik vom TuS Köln rrh. in 1:27:42 h und in Begleitung von Winfried Schmidt, der damit nach dem schnellen Bedburger Citylauf am Vortag erneut eine Klassezeit erzielte, für sich entscheiden. Auf den Plätzen folgten Eva Offermann (1:28:52 h) und Sybille Möllensiep in glatten 1 1/2 Stunden.

Einen harten Kampf bis auf den letzten Meter lieferten sich über 10 km Paul Schmieijka und Christoph Wiesen, den Wiesen in 34:59 min. nur um einen Wimpernschlag für sich entscheiden konnte. PSD Bank Köln Lauf Cup-Spitzenläufer Jens Warkentin als 3. folgte eine Minute später. Eveline Höpfner siegte hier in 41:03 min. knapp vor Jeanette Blömen und Cecilia Lavelle. Über 5 km lagen Stephanie van Kallen (22:12 min.) und Detlef Jahner (17:28 min.) vorne.

Nach dem Lauf ist vor der Tombola und die ist bei dieser Veranstaltung äußerst beliebt, gilt es doch per Losglück ein wertvolles Fahrrad, gestiftet vom Fahrradhaus Pützfeld, zu gewinnen. Roland Woywod hieß der Glückliche mit der richtigen Nummer. So weit, so gut. Unglaublich nur, dass er vor zwei Jahren ebenfalls bereits das Fahrrad mit nach Hause nehmen konnte.

Viele weitere Sachpreise in Form von Gutscheinen und Naturalien wechselten den Besitzer, bis der Tisch neben Moderator Heijo Fetten leergefegt war. Zuguterletzt konnten sich auch die Elftplatzierten der heutigen Wertungsläufe über 10 km und Halbmarathon über ihre kostenfreie Berücksichtigung im Teilnehmerfeld des Friedenslaufes am 16. Oktober und damit der nächsten Veranstaltung im PSD Bank Köln Lauf Cup freuen.

m.f.G. des Autors KAI ENGELHARDT

Mehr als nur ein Halbmarathon in Freiburg …

Anne Kruse schreibt zur Fahrt zum Freiburghalbmarathon:

“Schon voriges Jahr erst vage, dann immer konkreter entstand die Idee unter einigen Frauen im Laufverein zum Halbmarathon nach Freiburg zu fahren. Am 30.3. war es so weit und Dagmar, Gisela, Patrizia, Petra, Pia, Renate, Rosi, Tine und ich bestiegen gegen 13.00 den ICE nach Freiburg. Patrizia hatte die Reise perfekt organisiert, Zug und Hotel gebucht. Schon ohne Sekt waren wir alle in guter Stimmung. In Bestzeit erreichten wir in 3 Stunden Freiburg. Schnell fanden wir unser Hotel und bezogen Zimmer mit z.T. riesigen Badezimmern mit großen Badewannen, deren Sternenhimmel auch zu romantischen Wellness-Wochenenden einluden (s. Werbung Stadthotel Freiburg). Nach einem ersten Bummel durch Freiburg wurde es dann tatsächlich auch für uns romantisch bei einem 4gängigen Candle-light-dinner mit leckerem badischen Wein. Am nächsten Morgen nach einem tollen Frühstücksbufett eroberten wir den Markt am Freiburger Münster. Anschließend stiegen wir bei einer Stadtführung in die Geschichte Freiburgs ein.
Dann war es Zeit für Siesta auf der „Insel“ bei einem leckeren Mittagessen. Anschließend setzten wir unsere Shoppingtour kreuz und quer durch Freiburg fort. Unsere Füße wurden durch das Kopfsteinpflaster schon ziemlich strapaziert. Am Spätnachmittag konzentrierten wir uns dann auf unser Projekt „Halbmarathon“ und holten die Startunterlagen im Messegelände ab. Abends gab es dann nur ein Drei-Gänge-Menü und Mineralwasser. Am Sonntagmorgen war es dann so weit. Frohen Mutes starteten wir zum Halbmarathon. Bei strahlendem Sonnenschein liefen wir durch Freiburger Vororte, durch die schöne Altstadt und entlang der Dreisam. Es war ein interessanter Lauf begleitet von vielen Musikbands. Stolz erreichten alle das Ziel, nicht zuletzt durch die gute Unterstützung von Petra und Tine, die uns an verschiedenen Stellen anfeuerten. Der Tag klang nach einer Erholungspause im Kartoffelhaus aus. Der letzte Tag begann mit einer frohen Nachricht. Rosi ist zum 2. Mal Oma geworden. So konnten wir mit ihr auf ihr Enkelkind Simon anstoßen. Nach einer letzten Runde durch die Innenstadt bestiegen wir mittags wieder den Zug und reisten entlang des Rheins zurück nach Köln. Es war ein rundum gelungenes Wochenende: das gute und unkomplizierte Miteinander in der Gruppe, die sehenswerte Stadt Freibug bei herrlichstem Sonnenschein und der abwechslungsreiche Halbmarathon. Wir hatten viel Spaß miteinander und die ersten Ideen für ein Wochenende im nächsten Jahr sind schon da.

Laufergebnisse

Batzen, Gisela 02:10:04 Std.
Bosbach-Eisele, Renate 02:20:43 Std.
Fetten, Rosi 02:09:58 Std.
Kruse, Anne 02:13:34 Std.
Meuser, Dagmar 02:20:34 Std.
Rupp, Pia 02:38:20 Std.
Schnitzler, Patricia 02:06:31 Std.”

Hurra, der Lenz ist da!

Nicht nur ein Laufbericht von unserem Mitglied Jürgen Cremer

“Das der Frühling Frische Kräfte und Glücksgefühle auslöst ist hinsichtlich bekannt. Aber nicht jedem kommen diese Attribute des Wohlbefindens gleich zu Gute. Der eine empfindet sie früher dem andere später. So auch bei mir. Ohne jeglichen Ansporn etwas Tolles zu erreichen nahm ich am 25.03.2012 beim 2. Kölner Frühlingslauf teil. Bei strahlendem schönem Wetter machte ich mich bereits am frühen Morgen auf dem Weg in den Stadtwald. Dort rund um Tierpark hatte die Deutsche Sporthochschule Köln zum Volkslauf eingeladen. Fast 1100 Läuferinnen und Läufer finishten dort. Aber bevor es dazu kam musste erst alles aufgebaut werden. Weil das Tennisheim nicht zur Verfügung stand, fanden die Startnummernausgabe und die Nachmeldung auf der Kitschburger Str., direkt hinter der Barriere zur Friedrich- Schmidt- Str., statt. Bei dem schönen Wetter war das auch kein Problem und ebenso war es auch der Service der freundlichen Helferinnen und Helfer nicht. Das warten auf mein Team, der Mannschaft vom FC Deutsche Post Niederlassung Köln- West, dessen Teamleiter ich bin, konnte ich durch viele Gespräche kurzweilig halten. Schon bald kamen die ersten Teammitglieder. Gemeinsam erlebten wir den Startschuss des Top- Laufs. Eigentlich wäre ich mit dabei gewesen, aber weil ich mit dem Team starten und nicht wusste ob ich oder Nicole mit Rose laufen wollte, letztere ist Sehbehindert, sah ich vor mich für den Funrun umzumelden. Der Toprun ging bereits in die dritte, bei anderen in die zweite Runde, als im Startbogen die Luft ausging. Damit dieses nicht durch diese Störung auch bei den Teilnehmern ausging fasste ich sofort den Entschluss etwas dagegen zu unternehmen. Ein kurzer Sprint und schon konnte wir zu zweit die eingefallene Hülle so anheben, dass die Teilnehmer darunter herlaufen konnten. Sobald der/die Letzte diese Stelle überwunden hatte, konnte die leere Hülle wieder aufgeblasen werden. Der Sprit des Aggregats war einfach ausgegangen.
Um 11:30 Uhr konnten dann der Funrun unter der aufgeblasenen Hülle pünktlich gestartet werden.
Da doch Nicole mit Rose lief fand ich mich schon nach wenigen Metern ganz vorne im Läuferfeld wieder. Etwa an sechster Stelle passierte ich die ersten Kilometer und schon bald ließ ich weiter zwei Mitbewerber hinter mir. Huch, ich war Vierter und der Drittplatzierte kam auch immer näher. Schon bald hatte ich auch ihn schon erreicht und überholte ihn. Dritter, konnte das sein. Dass es später noch mehr werden konnte ahnte ich zu dieser Zeit noch nicht. So lief ich mit weitem Abstand vor und hinter mir mein eigenes Rennen. Das schöne Wetter und die vielen Zuschauer an der Strecke taten sein übriges. Kurz vor der dritten Runde, an der Brücke über das kleine Gewässer im Stadtwald füllte ich im linken Oberschenkel einen kurzen Stich. Da ich nicht wusste, was das sein könnte und nicht meinen Start beim Halbmarathon in Bonn auf dem Spiel setzen wollte, lief ich bei 6,7km ins Ziel. Welche Platzierung ich da hatte wusste ich noch nicht. Nachdem alle meine Teammitglieder nach erfolgreich absolvierten 10km ins Ziel kamen belohnten wir uns noch mit Kaffee und Kuchen in einem nahegelegenen Kaffee für unsere errungenen Leistungen. Zu Hause zufrieden angekommen konnte ich erst gegen Abend das Ergebnis sehen. Zweiter, eine tolle Platzierung. Mit meiner alten Altersklasse (M 45) war ich bereits bei einem kleinen Lauf vor den Toren von Köln Zweiter geworden. Jetzt, mit 50 schon wieder. Eine bestechende Frühform. Dass es aber noch mehr werden sollte ahnte ich noch nicht. Nochmals kontrollieren und hoppla da stehe ich auf der Eins. Juchhu, da muss ich erstmal dieses Alter erreichen um wieder ein Top- Ergebnis zu erreichen. Ich bin so etwas von Happy und werde diese Stunden sicherlich nie vergessen. Die Urkunde bekommt bei mir an der Wand einen besonderen würdevollen Platz.”

Jürgen Cremer

Nichts für kälteempfindliche Nasen!

Manfred Schoss schreibt uns seinen Bericht zur 43. große & 15. kleine Refrather Winterlaufserie des TUS Köln rrh, 2012, 1. Lauf bei einer Temperatur 8 °C unter Null am 12. Februar 2012:

“14 LLGer (8 Männer und 6 Frauen) sind in verschiedenen Altersklassen für die Rennen der großen und kleinen Laufserie im attraktiven Königsforst gemeldet.

Eine LLG 80- Teilnehmerin und zwei LLG80- Teilnehmer starten über 5 Kilometer und die vier weiblichen und fünf männlichen Teilnehmer über 10 Kilometer. Zwei weitere starten als Einzelläufer über 10 km und die Halbmarathondistanz ohne Serienwertung.

Die Läuferinnen und Läufer der kleinen Serie haben ihren Lauf bereits hinter sich, jetzt stehen wir am Start für die 10 km der großen Serie.

Warm bleiben, heißt die Devise. Wir hüpfen von einem Bein auf das andere oder bewegen unsere Arme am Körper hin und her.

Schuss! -Und ab geht der Lauf.

Die Waldwege sind hart gefroren, jeder Tritt wird durch die Laufschuhe gespürt. Da wir LLGer unterschiedlich schnell sind, zieht sich auch unsere Gruppe auseinander und nach dem leichten Anstieg zur 5 Kilometerwende, haben sich auch die Spitzenläufer des Lauffeldes schon abgesetzt.

Unsere Schnellen erreichen stolz das Ziel und mit einer tollen 57ziger Minutenzeit hat auch die letzte LLGerin das Ziel erreicht. Die Laufzeiten und Platzierungen in unseren Altersklassen werden wir uns in den nächsten Tagen im Internet anschauen.

Am 26. Februar starten dann die Läuferinnen und Läufer der kleinen Serie über 10 Kilometer und wir anderen über die Halbmarathondistanz.

Dann erst, nach den zwei Läufen, stehen die Sieger und Ergebnisse der beiden Laufserien fest.”

“Insellauf Grafenwerth” am 29. Januar 2012

Ute, Dagmar und Patricia haben als drei laufbegeisterte Frauen der LLG80 am Insellauf Grafenwerth (15km) teilgenommen.
Von Oberdollendorf ging es am Rhein entlang, über Königswinter, Rhöndorf, Bad Honnef zur Insel Grafenwerth und zurück.
Es war eine gut organisierte Veranstaltung über eine schöne, flache Laufstrecke, an der 391 Läufer teilnahmen.
Bei schönem, trockenen Winterwetter hatten wir eine Menge Spaß unterwegs! Ach ja, unsere Ergebnisse waren durchaus zufriedenstellend: Ute Schaaf 01:31:02 Std, Dagmar Meuser 01:37:34 Std. und Patricia Schnitzler 01:26:27 Std.
Aber wichtiger als die Zeit war der Spaß am und beim Laufen.
Als Überraschung bekam jeder 10te Finisher ein Präsent. Bei uns war Ute die Glückliche.

Wir freuen uns auf den nächsten gemeinsamen Start!

Unternehmen Nordrhein-Crossmeisterschaft

Ein Bericht von Manfred Schoss zu seiner Teilnahme an den Nordrhein-Crossmeisterschaft 2012

Auf dem Neujahrsempfang unserer Laufgemeinschaft am 20. Jan 2012 wurde auch das Heft Laufen 2012 verteilt.
In diesem Heft sind alle Läufe der Vereine ausgeschrieben, die Mitglied im Leichtathletik-
Verband Nordrhein sind.
Und als ich zu Hause in dem Heft blätterte, um mir verschiedene Laufausschreibung anzusehen, stoße ich auf Seite 15 auf den Senioren-Meisterschafts-Kalender 2012. Für den 29. Januar ist die Nordrhein Crossmeisterschaft in Troisdorf-Spich ausgeschrieben.
Eine Woche vorher war ich gerade den Straberger Cross gelaufen und da ich dort am Matschlaufen Spaß gefunden hatte, dachte ich mir, schau einmal im Internet nach, was ich machen muss, um an dieser Crossmeisterschaft teilzunehmen.
Ich also auf die web-Seite des LVNordrhein um mich zu informieren und tatsächlich finde ich die Ausschreibung. Leider war Meldeschluss der 16. Januar.
Der Meldeschluss war ja nun vorbei! Was tun, um noch an dem Lauf teilzunehmen?
Ich rief in der Geschäftsstelle des Landesverbandes in Duisburg an, erklärte mein Anliegen und erhielt die Auskunft, dass ich am Starttage noch nachmelden kann. Ich sollte mir aber die Meisterschaftsausschreibung 2012 –Allgemeine Bestimmungen- durchlesen.
In dieser Bestimmung war die Rede von der Durchführung nach internationalen Wettkampfregeln, Qualifikationsleistungen, Dopingkontrolle und vieles mehr. Als ich Meisterschafts-Ausschreibung bei einem Glas Wein durchgelesen hatte, verließ mich der Mut.
Hatte ich die Qualifikationsleistungen vorzuweisen? War ich so gut, dass ich teilnehmen kann? Komme ich überhaupt ins Ziel? Wer sind deine Gegner? Wie sieht die Strecke aus?
Nach dem zweiten Glas Wein ging es mir aber schon besser!
WARUM NICHT WAGEN? Was hatte ich zu verlieren?
Am nächsten Tag ging ich wieder ins Internet. Ich fand auch die Voranmelderliste.
Insgesamt 61 Starter in dem Lauf Senioren M 50 bis M75, vier Läufer in meiner Altersklasse M70. In der Bestenliste des Nordrheins suchte ich mir ihre Laufzeiten über 10 Kilometer raus. Wenn ich deren Laufzeiten mit meiner Bestzeit verglich, waren die Stars schon geduscht, wenn ich ins Ziel kam. Aber der Lauf ging ja über 4 Runden, jede Runde 1530 Meter, Höhenunterschied auf der Strecke zwar nur 30 Meter, aber die könnten es in sich haben.
Was soll es, einmal wollte ich so ein Ereignis mitmachen, egal wo ich landen sollte!!
Ich reiste an nach Troisdorf-Spich, ging zur Meldestelle, zeigte meinen Läuferpass vor,
und wartete was jetzt kommen sollte. Es wurde ein Meldezettel ausgefüllt, 10 Euro Nachmeldegebühr wurden eingezogen und ich erhielt eine Startnummer und war damit startberechtigt. Auf die Startnummer wurde ein Zettel aufgeklebt mit meiner Altersklasse M 70.
Es war ein verdammt kalter Tag!
Ich zog mich um, lief mich warm und begab mich zum Start.
Da ich bei den Läufern nicht bekannt war, wurde auf meinen Altersklassen-Aufkleber geschaut.
In kürzester Zeit hatte ich fünf und mehr Männer der Altersklassen M 65 bis M 75 um mich stehen, die alle Ihren neuen Konkurrenten beschnüffelten. Die Gespräche drehten sich alle ums Laufen, das war ja klar. Aber bei denen ging es um Ergebnisse und Teilnahme an Deutschen-, Europa- und Weltmeisterschaften, an denen ich nur als Zuschauer hätte teilnehmen können -und gegen die Stars trete ich zur Crossmeisterschaft an.
„Mutig, mutig, Manfred“, sagte ich zu mir.

Fünf, vier, drei, zwei, eins.
Schuss!!
Und los ging das Rennen, meine alte Garde ließ mich einfach stehen und raste los, als wenn ein Wildhase mit der Hand gefangen werden sollte.
In der ersten Kurve schaute ich nach hinten, aber da war keiner mehr – i c h war der letzte.
Dann kam die erste längere Steigung, vor mir keiner mehr, hinter mir keiner mehr, nur gut, dass die Strecke markiert war und auch die Streckenposten passten auf, dass ich mich nicht verlief.
Wo waren bloß all die Läufer geblieben?
Am Wendepunkt der Strecke, ab der Stelle, wo es nur noch abwärts ging, sah ich einen vor mir laufen. Ich holte langsam auf, und nach der Wende zur zweiten Runde hatte ich ihn überholt.
ICH WAR NUR NOCH VORLETZTER!
In der nächsten Runde wieder die Anstiege hoch und dann sah ich wieder einen und je höher es ging, je langsamer wurde er, ich hielt mein Tempo bei und am Wendepunkt hatte ich Ihn eingeholt.
Zwei hinter mir, damit konnte ich leben!
Und so ging es in die dritte Runde.
Meine zwei überholten Kontrahenten sah ich hinter mir nicht mehr und vor mir sah ich auch keinen, ich lief ein einsames Rennen.
In der vierten und letzten Runde wurde es etwas voller um mich, die Spitzenläufer liefen an mir vorbei.
Mit den letzten Kräften keuchte ich die Anstiege hoch, die Beine sagten „ich kann nicht mehr!“ aber der Verstand sagt „ lauf weiter.“
Und so erreichte ich nach 36.15 Minuten das Ziel. Die 6250 Meter waren geschafft!!
Anschließen fand die Siegerehrung statt. Die ersten drei erhielten Medaillen, der vierte
bekam eine Urkunde und dann wurde aufgerufen „der fünfte der Nordrhein-Crossmeister-schaft ist Manfred Schoss von der LLG80 Nordpark Köln!“ Applaus, Hände wurden geschüttelt, die Urkunde wurde mir ausgehändigt und damit war auch für die Männerklasse M 70, die Siegerehrung beendet.
Nachdem ich noch eine Bockwurst gegessen hatte machte ich mich auf den Heimweg.
Ich war mit meinem Ergebnis nicht zufrieden!
„Nur fünfter?“ sagte ich zu mir, aber dann kam die Einsicht „was willst Du, Du bist fünfter vom Verband Nordrhein, der fünft Beste zwischen Kleve, Aachen, Euskirchen und Essen.“
Nach dieser Überlegung ging es mir wieder besser.

Laufbericht – Untertage-Marathon

Marathon im Brügman – Schacht in Sondershausen

Am 3. Dezember 2011 um 8.30 Uhr kamen Rudolf Houben und ich am Brügman-Schacht an. Gleich zu Anfang bemerkten wir, dass der Marathon sehr gut organisiert ist: es waren ausreichend Parkplätze vorhanden und die Unterlagen bekamen wir binnen zwei Minuten. Wir gingen also sofort in ein Nachbargebäude, um mit einem Aufzug in den Schacht einzufahren. Vor den zwei Aufzügen, die die Läufer nach unten beförderten war die Wartezeit nun etwas länger, etwa 20 Minuten, wobei die Aufzüge jeweils   dreißig Personen fassten. Zwanzig Minuten später waren wir also 700 Meter tiefer im 24 Grad warmen Schacht  angekommen. Unten empfing uns ein überwältigendes Bild: eine Konzerthalle, eine Kegelbahn, ein Thekenbereich, Bierbänke und jede Menge Platz zum Umziehen und Vorbereiten sorgten dafür, dass es den Läufern an nichts fehlte.

Pünktlich um 10 Uhr war es dann soweit: der Startschuss fiel. Helm auf, Kopfleuchte an und los ging es! Nach nur kurzer Zeit wartete der erste lange Anstieg auf uns. Spätestens jetzt wussten wir, was es heißt bei mehr als 30 Grad in einem Salzbergwerk zu laufen. Diesen Wahnsinnsanstieg mussten wir nun aber insgesamt acht Mal hinter uns bringen, denn der Marathon besteht aus acht Runden à ca. 5 Kilometer. Nicht nur die Hitze, die Anstiege, die Abstiege, sondern auch der Untergrund machte uns zu schaffen: mal spiegelglatt und mal sandig wie am Strand. Nicht zuletzt war es aber auch die Dunkelheit, die ein weiteres Hindernis darstellte.

Aber nicht nur Beschwerliches erwartete uns auf dem Weg. Jeeps, LKW und Motorräder aus den letzten Jahrzehnten befanden sich am Wegrand und verschiedene Farbgebungen im Gestein waren schön anzusehen. Man muss sich vorstellen, dass man an einem Wasserstand zwei Becher Wasser trinkt, um nach 300 Metern schon wieder einen trockenen Mund zu haben. Ich habe noch nie bei einem Marathon 42 Kilometer lang geschwitzt.

Im Ziel angekommen, musste ich erst mal runterkommen und gleich trockene Sachen anziehen, während ich noch einige Minuten auf Rudolf wartete. Kurz nachdem Rudolf schließlich im Ziel ankam, bemerkten wir, dass wir in unseren Altersklassen jeweils den dritten Platz erlaufen hatten, was uns dazu veranlasste noch auf die Siegerehrung zu warten.

Als diese schließlich begann, wurde vom Veranstalter das Bergmannslied „Glück auf!“ angestimmt. Die Siegerehrung in allen Altersklassen ging sehr zügig, war also genau so hervorragend organisiert wie der ganze Lauf.
Empfehlung von uns: Mitmachen!

Matthias Leffers