Reif für die Insel!

Michael Mannheim berichtet vom 11. Insellauf von Königswinter bis zur Insel Grafenwerth und zurück, der mit mehr als 800 Teilnehmern eine insgesamt gute Resonanz hatte:

Patricia war in den vergangenen Jahren schon mehrmals dort gelaufen und schwärmte von der schönen Strecke. So hatte sie schon vor einiger Zeit Petra, Ute und Hubertine zu diesem Lauf animiert, warum sollte dies dann nicht Lauf des Monats werden. So wurde es dann auch gemacht und Uwe und ich gesellten uns dazu.
Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ging es los auf den 15 Km langen Rundkurs mit einem atemberaubenden Panorama: den Rhein auf der einen und das Siebengebirge mit Petersberg und Drachenfels auf der anderen Seite. Dann ging es weiter auf die Insel Grafenwerth, dort einmal um die Insel und dann wieder zurück. Diesmal haben wir 6 Teilnehmer: Petra, Patricia, Ute, Hubertine, Uwe und ich unserem Verein alle Ehre gemacht: Keiner von uns war letzter! (Geht doch)
Schade nur, dass unsererseits die Resonanz so gering war.

Straberg, wir kommen

Unser Vereinsmitglied Michael Mannheim berichtet:

“Das “Wir” ist sehr hoch gegriffen. Im Januar wollte wohl keiner laufen. Walter hatte mehrmals versucht, eine Laufveranstaltung für den Januar festzulegen: aber da kam nicht viel von uns Läufern.

Schließlich hatten wir drei, Uwe, Walter und ich uns für den Crosslauf in Straberg entschieden. Trotz großer Ankündigung blieb es bei uns drei, die wir bei strahlendem Sonnenschein und angenehmer Temperatur an den Start gingen. Walter und Uwe waren im vorigem Jahr schon dabei, für mich war es der erste Crosslauf. Etwa 7000 Meter waren zu absolvieren, der Starter sprach von einem anspruchsvollem Kurs. Na und, dachte ich.
Und dann ging’s los: 6 Runden standen uns bevor und es dauerte nicht lange, als wir drei feststellten, dass wir die Nachhut bildeten. So etwas hatten wir noch nie erlebt! Und so sollte es auch bleiben. Ein nie dagewesenes Ereignis!
Walter: “Wir haben das Feld vor uns her getrieben.” Der kleine Anstieg im Feld war kein Problem, aber dieser elende Berg- und Tal – Lauf durch den Wald war sehr anstrengend, besonders diese Meter abwärts. Wenn man da nicht aufpasste, krachte es mächtig im Rücken.
Aber wir hielten durch! Und so kamen wir in’s Ziel: Uwe als drittletzter, Walter als vorletzter und ich als allerletzter!!

Eigentlich hatte ich ja schon vor einiger Zeit lauthals verkündet , dass, wenn ich letzter bei einer Laufveranstaltung werden sollte, meine Laufkarriere beenden wollte. Aber wir drei erreichten gute Platzierungen und standen alle auf dem Treppchen: Walter und ich auf Platz 2, Uwe auf 3.
Jeder von uns erhielt ein Präsent und zufrieden fuhren wir nach Hause.

Beim nächsten Lauf des Monats bin ich aber wieder dabei; denn, um Adenauer zu zitieren: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern!”

Vereinsmeisterschaften beim Silvesterlauf!

Die Vereinsmeisterschaften 2013 haben wir wie im Vorjahr innerhalb des 38. Heidesilvesterlaufs ausgetragen, nicht auf den letzten Drücker, aber am letzten Tag des Jahres!.

Die Veranstaltung des Tus rrh. bot dazu mit zwei Startgruppen über die 10 km-Strecke eine gute Gelegenheit für unseren Zweck. Drei Runden waren zu absolvieren, bei dem sonnigen Wetter war es auf jedem Meter ein echter Laufgenuss- und auch die blauen Apfelshirts leuchteten überall durch. 20 LLG´ler wählten die langsamere der beiden Startgruppen und so waren wir in dem Gesamtfeld von über 200 Läuferinnen und Läufern gut repräsentiert, was sich in den erreichten Zeiten und den Altersklassenplazierungen widerspiegelte. Dazu wurden wir von den mitgereisten Fans aus den eigenen Reihen auf jeder Runde angefeuert, was auch bei dem einen oder anderen neue Bestzeiten zur Folge hatte.

Same procedure as last year? Same procudere as every year!
So war es auch dieses Mal: Gisela und Winfried Bulla haben es sich nicht nehmen lassen, mit allen anwesenden Vereinsmitgliedern anzustoßen und die einzelnen sportlichen Leistungen zu würdigen: Ein kleiner Schluck Sekt nach dem Lauf hat die Stimmung bei allen Finishern nochmals angehoben. Walter Becker hatte etliche Kleinigkeiten mitgebracht und so gab es im Rahmen einer Verlosung auch noch Überraschungen mit auf den Heimweg, für die restlichen Stunden bis zum Jahreswechsel war ein guter Grundstein gelegt.

Die Ergebnisse

1. W30 Miriam Melter 1979, 48:46, VEREINSMEISTERIN 2013
2. W45 Claudia Krantz 1967, 49:52
3. W40 Patricia Schnitzler 1969, 57:28
4. W65 Gisela Batzen 1948, 57:43
5. W55 Rosi Fetten 1954, 58:43
6. W45 Disolina Altenberg 1965, 59:30
7. W55 Hubertine Wallrath 1955, 1:04:58
8. Frauen Gina Leffers 1992, 1:11:00

1. M45 Matthias Leffers 1967, 37:53, VEREINSMEISTER 2013
2. Männer Thorsten Offer 1987, 39:16
3. M60 Heijo Fetten 1952, 44:09
4. M40 Olaf Würtz 1973, 45:22
5. M50 Jürgen Cremer 1962, 46:27
6. M50 Peter Altenberg 1963, 47:13
7. M65 Michael Mannheim 1946, 51:17
8. M55 Uwe Döring 1958, 51:32
9. M65 Walter Becker 1944, 54:17
10. M30 Christian Trömel 1983, 55:15 (Gast)
11. M70 Winfried Bulla 1942, 1:01:57
12. M55 Wilfried Offer 1955, 1:03:01

Von Asien nach Europa im Laufschritt

Nachdem Thorsten Offer beim diesjährigen Marathon in Köln noch als Zugläufer etliche Marathonläufer sicher unter die Schallgrenze von 3:30 Stunden geführt hatte, dann beim Röntgenlauf nochmals die Marathonstrecke verfrühstückte, gönnte er sich den Istanbul-Marathon zum Abschluss seiner Marathonsaison. Hier sein Bericht, für den wir uns sehr bedanken.

“Zum Ausklang des Jahres einen Marathon in Istanbul – warum denn eigentlich nicht? Wer die Metropole kennt, der weiß um ihre Schönheiten; in keiner anderen Stadt prallen nämlich so sehr islamische Kultur und europäische Moderne aufeinander.

Der Marathon und seine Parallel-Veranstaltungen (ein 15km- Lauf, ein 10km-Lauf, sowie eine Art Fun-Walk mit mehreren zehntausend Teilnehmern über 8km) legte für einen Tag die gesamte Stadt buchstäblich lahm. Klar, dass für die Organisation dieses Events nur die Gemeinde Istanbul in Frage kam – in Deutschland wäre so etwas kaum genehmigungsfähig.

Der Start aller Strecken war dabei auf der asiatischen Seite, unmittelbar am Anfang einer der beiden großen Brücken, die Europa und Asien verbinden. Dies bedingte einen aufwendig organisierten Bustransfer von der Istanbuler Innenstadt (einmal in der Altstadt, zwischen Hagia Sophia und der Sultan Ahmet Moschee sowie zusätzlich vom bekannten Taksim-Platz) raus auf die asiatische Seite – der Hermannslauf lässt grüßen.

Am Samstag zuvor erreichte Wilfried und mich die Meldung, dass aufgrund der Befürchtung, die Brücke könnte einstürzen, der Start neutralisiert würde und erst auf der europäischen Seite gelaufen werden dürfte. Sogar der Kölner Stadtanzeiger sonderte seine Meinung dazu ab. Nichts deutete am Start jedoch auf den Versuch hin, die zehntausenden von Läufer zu bremsen. Nach einer emotionalen Begrüßung der internationalen Läufer, ein paar motivierender Worten des Bürgermeisters und der mit Inbrunst vorgetragenen türkischen Nationalhymne, wurden die Marathon-Distanz, die 15km und 10km gemeinsam losgeschickt.

Die ersten zwei Kilometer über die Brücke lassen sich kaum anders als „traumhaft“ bezeichnen. Bei bestem Wetter öffnete sich zur Rechten der zum Schwarzen Meer enger werdende Bosporus, an dessen Hängen sich dort die noblen Vorstädte befinden. Zur linken sah man in der Ferne das berühmte Panorama des Istanbuler Stadtzentrums; die dichtgedrängten Minarette der Hagia Sophia und der Blauen Moschee, die Mündung des Bosporus in das Marmarameer, das Goldene Horn und die vorgelagerten Stadtteile Beyoglu und Besiktas. Phantastisch!

Etwas ungewohnt jedoch waren die Straßenverkäufer, die bereits bei KM 3 palettenweise Wasserflaschen an den Straßenrand gekarrt hatten. Zwar waren Straßenhändler, die mit ihren Bauchläden im Startblock Tee und Gebäck verkauften noch verständlich. Jedoch erscheint der Versuch Wasser an die Läufer zu verkaufen etwas übertrieben; alle 2,5km gab es nämlich Wasser- und Verpflegungsstände.

Nachdem wir von der Brücke in Richtung Besiktas abgebogen sind (an KM 8 geht es unmittelbar an der Baustelle des Stadions des dort ansässigen Fußball-Clubs vorbei), führte die Strecke entlang an Palastanlagen (Dolmabache-Palast) in Richtung Karaköy. Es folgte ein weiteres Highlight: Die Querung der Galata-Brücke, eines der Symbole Istanbuls. An den benachbarten Anlegern legen alle relevanten Personenfähren an, die die südlichen Stadtteile der asiatischen Seite mit der europäischen am bequemsten verbinden (mal abgesehen von der neuen U-Bahn).

An dieser Stelle ereignete sich auch einer der Momente des Laufs: Ein Straßenhund, von denen es wie Katzen so viele in Istanbul gibt, nutzte die Gelegenheit der verkehrsfreien Straße und lief zur Belustigung der Mitläufer rund einen KM mit uns mit. Am Verpflegungsstand schnappte er glatt einer Helferin einen Schwamm aus der Hand. Bei der Abzweigung zwischen 15km und Marathon stoppte der Hund und entschied sich doch, mit den 15km-Läufern gen Ziel zu ziehen.

Ehe die 15 km Läufer ins Ziel geführt wurden, bog der Marathon auf eine extra Schleife ab. Über den Attatürk Boulevard, einer sonst chronisch verstopften Hauptverkehrsader Istanbuls, wurden die Marathonläufer durch das berühmte Aquädukt hindurch an die Küstenstraße unmittelbar am Mararmara-Meer geführt. Von nun an führte die Strecke bis KM 28 am Marmarameer hinaus, ehe es auf der gegenüberliegenden Straßenseite wieder in Richtung Ziel, also der Hagia Sophia ging. Die Uferstraße war, abgesehen vom Wind wunderbar zu Laufen; zur Rechten das Meer, entfernt die asiatischen Stadtteile Kadiköy und Üsküdar, riesige Tanker, die in den Bosporus einfuhren und dazwischen Fischerboote und Personenfähren. Voraus und sich langsam wieder nähernd die Minarette der Blauen Moschee und der Hagia Sophia auf dem Hügel, wo nachher das Ziel sein sollte.

Dass Istanbul eine selbstverständlich islamisch, aber dennoch „moderne“ im Sinne von „westlich“ geprägte Stadt ist, lässt an vielen Dingen erkennen. Sichtbarste Zeichen dessen sind die erheblichen Baumaßnahmen, die von der Regierung vorangetrieben werden. Überall lassen sich Großplakate mit den Konterfeis Erdogans und des Bürgermeisters von Istanbul (beide AKP) bewundern, die über den raschen Ausbau der Metro-Linien zeugen. Dass dies auch mit dem Abriss ganzer Stadtviertel einhergeht, konnte man im Sommer den Nachrichten auch in Deutschland entnehmen. Gleichzeitig ist Istanbul natürlich islamisch geprägt. Moscheen beherrschen das Stadtbild, gleich den Kirchen in Rom. Entsprechend schallte es bei KM 35 aus den zahlreichen Lautsprechern, der vielen Moscheen zum Mittagsgebet; fast so wie beim Kölner Halbmarathon um 10 Uhr auf der Domplatte die Glocken des Doms.

Die letzten beiden KM hatten es in sich. Die Strecke führte bis Eingangs des Goldenen Horns auf der Uferstraße entlang, zur Linken war der Zielhügel gelegen; über Kopfsteinpflaster gelangten die Läufer erst in den Gülhane Park, dem Parkgebiet außerhalb der Mauern des berühmten Sultanpalastes Tokpaki, in dem die Osmanischen Herrscher nach dem Fall Ost-Roms residierten. Nachdem das Tor des Parks passiert wurde, führte eine steile Rampe über die letzten 500m hoch ins Ziel. Hier herrschte sogar so etwas wie „Alp D’Huez“-Feeling. Die Zuschauer, doch alles Touristen, die ihre Angehörigen unterstützten bejubelten die Läufer enthusiastisch.

Nach 3 Std. 29 Minuten, sichtlich gezeichnet noch vom Röntgenlauf bog ich auf die Zielgerade ein, ins alte Hippodrom. Das Ziel befand sich unmittelbar zwischen der Hagia Sophia und der Blauen Moschee, einer der wichtigsten und schönsten Moscheen in der islamischen Welt. Ein großartiges Ambiente.

Fazit: Der Istanbul-Marathon ist für einen Stadt-Marathon sehr schwierig zu Laufen. Die Strecke ist wunderschön, jedoch mitunter mit (einigen wenigen jedoch) bösen Steigungen versehen und extrem windanfällig. Wer aber mal was anderes sucht, eine tolle Finisher-Medaille abräumen und gleichzeitig eh mal plant in Istanbul ein paar Tage zu verbringen, der sollte diesen Lauf mitnehmen!”

Der Pfalztrail im Leinigerland- ein weiterer Ultralauf von Matthias Leffers

Laufbericht vom 5.10.2013 von Matthias Leffers

“Final Countdown

Nach dem P-Weg Ultralauf hatte ich noch zwei Punkte zu erlaufen, um am Ultra-Trail du Mont Blanc teilnehmen zu können. Ein Lauf dafür war schnell gefunden. Der PfalzTrail im Leinigerland findet nur ungefähr 230 Kilometer entfernt von Köln statt und hat ca. 150 Teilnehmer. Dieses Mal lief ich ohne meinen Laufkumpanen Jürgen und reiste schon einen Abend vorher an. Start und Ziel lagen in Hertlingshausen. In einer Scheune fand ich dank sehr guter Ausschilderung schnell meine
Startunterlagen und außerdem eine Getränkestation und abends auch ein leckeres Angebot an Pasta. Nur ca. 20 Meter von Start und Ziel entfernt befanden sich ausreichend Parkmöglichkeiten. Nach der guten Verpflegung abends entschied ich mich, mich bereits früh ins Bett zu legen, um um 6 Uhr morgens ausgeruht aufstehen zu können. Auch morgens hatte die gute Verpflegung noch keine Ende: In der Scheune, in der die Läufer abends noch mit Pasta versorgt wurden, konnte man nun auch frühstücken. Danach ging es gleich zum Start.

Wichtig ist, dass man den Lauf mit Rucksack antritt, denn die Getränkestationen waren deutlich weiter voneinander entfernt als beim P-Weg. Bis zu 12 Kilometer musste man hier laufen, um erneut an einen Versorgungsstand zu gelangen. Für die Läufer bedeutet das, dass sie Flüssigkeit im Rucksack mit sich führen müssen. Ich füllte mir also 1,5 Liter Flüssigkeit in einen Trinksack und nahm außerdem einige Riegel Powerbar mit. Auch eine Regenjacke packte ich ein, hatte es doch in der Nacht auf Samstag angefangen zu regnen. Meine Hoffnung, dass der Regen aufhören würde, wenn der Lauf beginnt, wurde leider nicht erfüllt – um 6.30 Uhr standen wir am Start im Regen.

Und auch die nächsten sechs Stunden wollte der nicht aufhören. Der Untergrund machte es den Läufern da nicht leichter. Ungefähr 5% bestand aus Asphalt, 30% waren Forstwege, der Rest Single Trails, also Waldboden in Form kleiner Pfade, die man nur alleine laufen konnte. Bei einer Länge von 85,9 km und 2230 Höhenmetern gestaltete sich der Lauf also als absolute Herausforderung. Ebene, gerade Strecken gab es hier im Prinzip nie zu laufen. Es ging fortwährend hinauf und hinab und wir konnten als Läufer nur erahnen, was für eine Herausforderung es für den Veranstalter gewesen sein muss, die Beschilderung und die Wegweiser entlang der Strecke anzubringen. Trotzdem ist es gelungen und sich zurechtzufinden war kein Problem. Es wurde zwar vorher geraten, ein GPS-Gerät oder einen Plan mit sich zu führen, das war aber aufgrund der gelungenen Streckenführung am Ende kaum nötig. Noch dazu war die Strecke durch die Pfalz landschaftlich wunderschön zu
laufen. Die herausfordernde Strecke zeigte sich auch daran, dass von den ca. 150 Teilnehmern schlussendlich nur 81 auch im Ziel ankamen.
Ich selbst schaffte es mit einer Zeit von 8:57:06 auf den vierten Platz und auf den ersten in meiner Altersklasse.

Mein Fazit für diesen Lauf lässt sich schon erahnen. Wer einen richtig starken Traillauf machen möchte und dabei auch vor viel Single Trail nicht zurückschreckt, der ist beim PfalzTrail sehr gut aufgehoben. Der Dank für diesen schönen Lauf geht auch hier wieder an die Organisatoren und alle HelferInnen.”

Der P-Weg Ultralauf in Plettenberg (Sauerland)

Laufbericht von Matthias Leffers

“Der (P-) Weg zu den nächsten zwei Punkten für Mont Blanc.

Nach dem Ultralauf auf Mallorca im April brauchte es schon eine gewisse Erholungsphase, um sich wieder aufzuraffen und einen nächsten Ultralauf anzugehen. Aber wie es meistens so ist, erinnert man sich nach einer gewissen Zeit nur noch an die positiven Dinge – so auch bei meinem Lauf auf
Mallorca. Lag mein Plan, den Ultra-Trail du Mont Blanc (168 km, 9000 Höhenmeter) zu laufen nach Mallorca auch zeitweise auf Eis, so erinnerte ich mich nun wieder daran. Um sich für diesen Lauf überhaupt erst anmelden zu können, benötigt man 7 Punkte. Drei davon hatte ich mir auf Mallorca erarbeitet. Es ging also um die letzten vier Punkte. Der 9. P-Weg in Plettenberg am 14. September 2013 kam mir da gerade recht: 74 Kilometer, 2000 Höhenmeter und 150 Teilnehmer.

Unterwegs war ich auch hier wieder mit Jürgen, der mich schon auf Mallorca begleitete. Wir entschieden uns, uns erst morgens um 5 Uhr auf den Weg zu machen, damit wir um spätestens 6.30 Uhr in Plettenberg im Sauerland ankommen würden. Unsere Rechnung ging auf. Dort angekommen, erwarteten uns ausreichend Parkmöglichkeiten an Start bzw. Ziel. Ein WC, den obligatorischen Kaffee vorm Lauf und auch unsere Startunterlagen befanden sich ebenfalls gleich am Start, wo besonders die sehr freundlichen HelferInnen gleich auffielen. Mit den Startunterlagen ging es dann erst einmal zurück zum Auto, um sich umzuziehen, von dort dann wieder zum Start, um den Kleiderbeutel abzugeben und sich aufzustellen.
Lange warten mussten wir hier nicht mehr: Bereits um 7 Uhr fiel der Startschuss, mit dem mein Lauf um die nächsten zwei Punkte für Mont Blanc beginnen sollte.
Jürgen und ich liefen vorerst gemeinsam recht weit vorne mit. Nachdem wir den ersten Hügel hinter uns gebracht hatten, befanden wir uns noch auf Platz eins und zwei – was sich bald ändern sollte.
Zunächst aber bestätigte sich für uns noch einmal der gute Eindruck, den wir von der Organisation des Laufes schon am Start gewonnen hatten: Noch nie habe ich bei einem Ultralauf so viele Getränkestationen nutzen können. Alle 2,5 bis 3 Kilometer wurden die Läufer mit Flüssigkeit versorgt. Darüber hinaus gefiel natürlich auch die traumhaft schöne Landschaft, die nur eine sehr schwache Steigung aufwies, in Teilen sogar wirklich gerade verlief und so sehr angenehm zu laufen war.
Jürgen und ich trennten uns dann ca. bei Kilometer 45, wo er einen kleinen Einbruch hatte und mich vorschickte. Zu diesem Zeitpunkt waren wir schon auf Platz elf und zwölf zurückgefallen, was mich zu einer Aufholjagd herausforderte. Einige Läufer waren vor mir noch in Sicht- und somit in Überholweite. Ich tat mein Bestes und landete damit am Ende mit einer Zeit von 6:58:02 auf Platz
drei in der Gesamtwertung und auf dem 1. Platz meiner Altersklasse. Auch Jürgen machte noch einige Plätze gut und landete schließlich mit einer Zeit von 7:32:22 auf dem 9. Platz und dem zweiten in seiner Altersklasse – schließlich läuft er in derselben wie ich.

Alles in allem war es eine wirklich traumhaft schöne Strecke, die auch der vierstündige Regenschauer uns nicht vermiesen konnte. Streckenführung, Organisation und zu guter Letzt natürlich alle HelferInnen hätte man sich nicht besser wünschen können – ich kann eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen!”

Marathonlauf mit Ampelschaltung!

Roland Halder -unser begeisterter Marathonkonsument- hat sich scheinbar einen Herzenswunsch erfüllt:

“In Menden wollte ich schon immer mal laufen und dieses Jahr klappte es dann auch endlich. 20 Minuten vor acht kam ich mit dem Auto in Menden an, parkte, holte im Rathaus meine Startnummer ab, trank noch einen leckeren Kaffee und um 8 Uhr stand ich mit ca. 50 anderen Marathonis an der Startlinie. Pünktlich zum Start hörte auch der Regen auf – zumindest zeitweise.
Auf dem Zick-Zack-Kurs, der überwiegend über Felder führte, mussten wir an einer Stelle mehrmals eine größere Straße überqueren. Damit die Sicherheit der Läufer gewährleistet war, wurde an dieser Stelle eine Ampel aufgestellt, die ein Streckenposten manuell bedienen konnte. So etwas habe ich noch nie gesehen. Sobald Läufer die Straße queren wollten, drückte er auf einen Knopf und die Autofahrer bekamen das rote Signal. Dem Streckenposten machte dies sichtbar Spaß!

Das Schöne an so übersichtlichen Läufen ist, dass sich dort oft die üblichen Verdächtigen treffen. Leider war aufgrund des bescheidenen Wetters ein gemütliches Zusammensitzen nach dem Duschen nicht möglich. Auch wenn das Wetter um einiges hätte besser sein könne, der Lauf hat Spaß gemacht.”

Roland Halder absolviert seinen 150. Marathon/Ultra

Roland Halder hat einen interessanten Marathon genossen, lässt uns lesend teilhaben und verrät beiläufig seine Laufstatistik:

Bergstadt-Marathon- trocken ist anders!

“Heute, am 12.05. hatte ich die Wahl zwischen dem Ruhrmarathon, der nach einer dreijährigen Pause wieder stattfand und dem Bergstadt-Marathon in Rüthen.
Nachdem ich mir das Profil der Läufe verglichen habe, stand die Entscheidung fest. Warum einen flachen Marathon laufen, wenn ich auch einen mit ca. 1000 HM laufen kann. Also ging es am Sonntagmorgen nach Rüthen. Auch im Hinblick auf die Parkplätze war die Entscheidung gut gewählt. Diese gab es reichlich. Vielleicht lag es auch am Wetter, denn es regnete und das nicht zu wenig. Von den 42 Kilometern lief ich lediglich ca. 5 km, ohne von oben nass zu werden. Dafür entschädigte jedoch die Landschaft. Außerdem macht das Pfützen- und Matschtreten auch richtig Spaß.
Das Starterfeld war recht übersichtlich. Wir waren 35 Läufer, die auf die Marathonstrecke gingen. Warum es so wenige waren, ist mir bei diesem schönen Landschaftslauf echt ein Rätsel. Tolle und reibungslose Organisation, gut organisierte und ausgestattete Verpflegungsstände und landschaftlich sehr ansprechend.
Schnell zog sich das Feld auseinander, was bei der Anzahl an Läufern auch nicht all zu schwer war. Zum Glück hatten eine Zweiergruppe dasselbe Tempo wie ich, sodass wir den Rest der Strecke gemeinsam laufen konnten. Das war bei den Wetterverhältnissen auch sehr angenehm. Außerdem kamen beide aus Röthen. Ich erfuhr viel über das Sauerland und über die Gegend hier.
Nach dem Lauf konnten alle noch ins beheizte Freibad gehen, das direkt neben dem Start/Ziel Bereich war. Als überzeugter Nichtschwimmer beschränkte ich mich jedoch aufs Duschen.
Auch wenn es fast nur regnete, der Lauf hat sich wirklich gelohnt. Zu Hause, als ich das Ergebnis in meine „Habe-fertig-Liste“ eintrug, stellte ich fest, dass es mein 150. Marathon/Ultra war.”

Ultra Trail Sierra de Tramuntana- alles Kopfsache!?

Matthias Leffers hat seinen bisher größten und anstrengenden Lauf absolviert und beschreibt für alle Interessierten seine Eindrücke und Erlebnisse:

“Als mir mein Trainingspartner Jürgen vor einigen Monaten von einem 107 Kilometer langen Traillauf auf Mallorca erzählte, an dem er teilnehmen wollte, hielt ich ihn im ersten Moment für verrückt. Doch das hielt nicht lange an – nach einigem Überlegen entschied auch ich mich dafür, mich zum Ultra Trail Sierra de Tramuntana anzumelden.
Doch mit der Anmeldung allein war es nicht getan. Zu dem Lauf gehörte zunächst eine wahnsinnige Vorbereitung: Mindestens einmal in der Woche musste ich einen 50 bis 70 Kilometer langen Lauf hinter mich bringen. Darüber hinaus stand ein- bis zweimal die Woche eine Fahrt ins Siebengebirge an. Läufe über 26 Kilometer und 1000 Höhenmeter ließen sich hier hervorragend trainieren.
Insgesamt kam ich also in der Vorbereitungszeit auf den Ultra-Lauf auf ca. 135 Trainingskilometer in der Woche – die meisten davon in Begleitung von meinem Trainingspartner Jürgen.
Schließlich war er gekommen – der Tag, auf den wir uns monatelang vorbereitet hatten. Am Freitag, den 19. April 2013 flogen wir, Jürgen und ich, nach Palma de Mallorca. Unser Flug, der eigentlich für 18.05 Uhr geplant war, verspätete sich zunächst um ca. eine Stunde. Somit kamen wir erst um 21.30 Uhr in Palma an. Den Bus, der uns eigentlich zum Start in Andratx bringen sollte, hatten wir somit verpasst. Es blieb uns nur noch das Taxi. Nachdem dieses sich dann noch dazu zweimal verfahren hatte, kamen wir endlich am Start auf dem Rathausplatz von Andratx an. Viel Zeit blieb uns nun nicht mehr, um unsere Startunterlagen zu holen und unseren Rucksack so zu packen, dass wir während des Laufs ohne Weiteres auf alles Zugriff hatten. Außerdem mussten wir uns noch beflaggen: Dazu gehörten nicht nur die Startnummern, sondern auch das Befestigen eines GPSSenders am Fußgelenk, ein Chip am Handgelenk und auf der Rückseite der Startnummer. Was der GPS-Sender genau zu bedeuten hatte, sollte mir erst im Laufe der nächsten Stunden wirklich bewusst werden. Verpflichtend mitzunehmen waren außerdem eine Kopfleuchte, Ersatzbatterien,
der erwähnte Rucksack mit mindestens einem halben Liter Wasser, Essen, Verbandsmaterial, ein Handy, ein Edding (der alle Verpackungsmaterialien mit der Startnummer markieren sollte, die man bei sich hatte; wer seinen Müll dann auf die Wege wirft, kann identifiziert werden) und Getränkebecher für die Verpflegungsstationen. Empfohlen wurde darüber hinaus die Mitnahme von Nordic Walking-Stäben, einer Brille, einer Sonnenkappe und von Sonnencreme.
Als wir uns also fertig ausgerüstet hatten, blieben uns noch zehn Minuten, um uns kurz auszuruhen.

Um 24 Uhr begann dann der „Spaß“. Los ging es ziemlich moderat. Nach ca. 700 bis 800 Metern ging es dann aber schon in die erste Serpentine – über Felsen hüpfte ich dem ersten Berg entgegen, der auf 800 Höhenmeter anstieg. Insgesamt sollte der Lauf mich über 4300 Höhenmeter laufen lassen. Erst nach 19,7 Kilometern erreichte ich schließlich den ersten Verpflegungsstand (die nächsten folgten jeweils im Abstand von 16,3 km, 9,4 km, 9,4 km, 8,7 km, 9,5 km, 16,7 km, 17,2 km und schließlich am Ziel).
So ging es auch über die nächsten Kilometer weiter: Der Lauf gestaltete sich als ständiges Auf und Ab, nicht nur, was die Höhenmeter anging. Und auch die Länge war nicht das, was in erster Linie die Schwierigkeit des Laufes ausmachte. Vielmehr geht es um die psychische Anstrengung: Die ersten sechs Stunden läuft man in absoluter Dunkelheit auf absolut unwegsamem Gelände. Dabei handelte es sich nicht nur einfach um Schotterwege, sondern vor allem um Geröllpfade, oft um blanke Felsen, getreu dem Motto „Finde deinen Weg!“. Markierungen wie Flatterband oder Pfeile musste man suchen. So war ich die ersten sechs Stunden auf nichts anderes konzentriert als auf den Leuchtkegel, den meine Lampe vor mich warf. Mit den Gedanken abzuschweifen oder sich zu lange auf die wunderschöne Landschaft zu konzentrieren, hätte – nicht nur in der Dunkelheit – gefährlich enden können. Um einen Sturz zu vermeiden, war dauerhaft höchste Konzentration gefragt.
Wie es die Berge hoch ging, so ging es wieder runter – auf Geröll und am Abgrund vorbei. Zum Teil fragte ich mich, warum man diese Veranstaltung als „Lauf“ bezeichnete – hätte „Ultra-Hüpfen von Stein zu Stein“ nicht besser gepasst? Teilweise mussten wir über Felsen klettern, mithilfe von Leitern Zäune überwinden und über oder unter Baumstämme klettern oder kriechen.

Eine kleine Ruhestelle boten da die Verpflegungsstände. Auch hier war ich noch komplett konzentriert, brach aber auch jedes Mal wieder ganz ein – sowohl geistig als auch körperlich. Jedes Mal musste ich mich wieder aufrappeln, um weiter zu laufen.
Nach 107 Kilometern und einer Zeit von 17:20:47 hatte ich es endlich geschafft: Ich war gesund und völlig erschöpft im Ziel in Pollença angekommen.
Mit meiner Zeit belegte ich in der Gesamtwertung den 106. Platz, in meiner Altersklasse den zwölften Platz. Insgesamt kamen von 600 Teilnehmern nur 385 Läufer ins Ziel.
Dort angekommen nahm ich meine Sachen, fuhr mit dem Bus zu den Duschen und schließlich wieder zum Ziel zurück, um hier auf Jürgen zu warten, der den Lauf mit seinem Lauffreund Markus aus Köln bestreiten wollte. Die beiden kamen schließlich bei ca. 19 Stunden und 30 Minuten ins Ziel. Auch sie hatten den Lauf unterschätzt – und den Flug um 22 Uhr gebucht. Sie hatten also nur noch Zeit ihre Sachen zu holen, ins gemietete Auto zu steigen und zum Flughafen zu fahren. Bis dorthin begleitete ich sie noch, hatte meinen Flug aber erst für den nächsten Morgen um 7 Uhr gebucht – eine Nacht am Flughafen war also inklusive.

Alles in Allem kostete mich der Lauf 140 Euro. Dazu kamen die Kosten für den Flug, die sich auf 150 Euro beliefen. Hätte ich früher gebucht, wäre der Flug aber auch günstiger zu haben gewesen.

Insgesamt muss ich über den Lauf sagen, dass er unfassbar anstrengend war. Andererseits ist er landschaftlich aber auch wunderschön: Die Ausblicke auf das Meer sind immer wieder ermutigend. Und auch die Höhenmeter lohnen sich am Ende: Von hier oben schaut man mit anderen Augen auf Mallorca.
Eine Empfehlung für den 107 Kilometer langen Lauf würde ich nicht aussprechen – nur Freaks würden an so einem Lauf teilnehmen. Was man in diesem Zusammenhang schon eher weiterempfehlen könnte, ist der Lauf über 65 Kilometer, der erst um 8 Uhr morgens beginnt.”

Laufen auf fremden Terrain

Michael Mannheim berichtet von einem empfehlenswerten Lauf:

“Ein Kollege erzählte von seinem Verein in Straberg, dass dort ein Lauf statt finde am Samstag, dem 25. Mai, er wolle dort auch laufen und zwar den HM. Nicht schlecht, dachte ich, erkundigte mich nach den Modalitäten und dann meldete ich mich an. Straberg war mir ein Begriff vom dort statt findenden Crosslauf im Winter, den Manfred, Uwe und Walter bei Eis und Schnee gelaufen waren.
Das Anmeldeverfahren ist m.E. etwas kompliziert, es wird auch nicht vorher durch Abbuchung bezahlt, aber alles lief glatt. So einen Dorfverein sollte man unbedingt unterstützen. Die Startgebühr für den HM beträgt nur 7,- €, im Vereinsheim war eine Kuchentheke aufgebaut, draußen gab es einen Grill- und Getränkestand und die Preise waren sehr zivil!
Mein Kollege trudelte dann auch ein und um 17.00 Uhr fiel der Startschuss, wobei gleichzeitig ein heftiger Schauer nieder ging. Das konnte ja heiter werden, denn zum Abend waren kräftige Regenfälle angesagt. Aber schon nach drei Minuten hörte der Regen auf und es ging in den wunderschönen Chorbusch hinein. Mir hat die Strecke sehr gut gefallen: ein Wechsel zwischen Wald- und offenen Feldpassagen, dauernd änderten sich die Sinneseindrücke. Ich genieße solche abwechslungsreiche Strecken statt dieser monotonen viermal zu durchlaufenden Asphaltrundkurse. Das Wetter hatte sich inzwischen so weit gebessert, dass sogar die Sonne hervor lugte und die Temperatur für Läufer genau richtig war.
Da wir beide noch nie zusammen gelaufen waren, hatten wir uns viel zu erzählen und das ging bis Kilometer 16 auch bei einem anspruchsvollen Tempo recht gut. Im weiteren Verlauf allerdings wurden unsere Gespräche etwas einsilbiger, kamen dafür aber auch in einer für mich sehr ordentlichen Zeit von 1:50:25 ins Ziel.
Gestärkt mit Grillwurst und Pommes ging es dann unter die Dusche und obwohl alle anderen Läufe absolviert waren, gab es sehr warmes Wasser in sehr ordentlichen Duschen: eben ein Dorfverein!! (andere Veranstalter schaffen das nicht unbedingt).
Die drei erst platzierten jeder Altersklasse bekamen jeweils ein mehr oder weniger brauchbares Präsent und danach ging es ab nach Hause zum Champions league Finale vor dem heimischen Fernseher.
Gesamteindruck: sehr zu empfehlen!!”